Die Seite qutema.de hieß früher testeule.de. Jetzt ist sie zwar besser, aber nicht wirklich gut.
Einleitung
„Da wir unser Konzept und unseren Namen grundlegend geändert haben, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie die Informationen zu unserem Portal auf Ihrer Webseite aktualisieren könnten“, schreibt uns Michael Hirschmiller, der die Seite verantwortet. Ziel sei es, „höchste Transparenz zu gewährleisten.“ Daher habe man das „Testschema vollständig überarbeitet: Für jedes von uns getestete Produkt ist nun ein detailliertes `Testpaper´ verfügbar, das die Bewertungsgrundlagen bis ins Detail offenlegt. Diese finden Leser direkt in den jeweiligen Testbeiträgen sowie in den Vergleichstabellen.“

Transparenz herrscht tatsächlich auch bezüglich der Finanzierung der Seite. Dort heißt es: „Alle Produkte, die wir auf qutema.de testen, kaufen wir selbst – ganz ohne Sponsoring. So bleiben unsere Bewertungen unabhängig und ehrlich. Zur Finanzierung nutzen wir Affiliate-Links, die entsprechend gekennzeichnet sind. Wenn über einen dieser Links etwas gekauft wird, erhalten wir eine kleine Provision – ohne zusätzliche Kosten für Sie. Ihre Unterstützung hilft uns, auch künftig hochwertige Tests und Inhalte bereitzustellen.“
Das Label wird derzeit nicht vermarktet. „Wir bieten aktuell keine Siegel oder Testlizenzen zur werblichen Nutzung an. Unser Fokus liegt derzeit bewusst auf der Ausarbeitung und Verfeinerung unserer transparenten Testschemata“, so Hirschmiller. So weit, so gut. Die Transparenz macht es uns aber umso einfacher, qutema.de einzuschätzen. Hier also ist
Unsere Einschätzung
Unsere Einschätzung: Im Test Wasserkocher ist die KitchenAid Artisan 5KEK1522 mit einem Score von 85/100% und der Note „gut (1,7)“ Testsieger. Das gleiche Gerät war übrigens auf testeule.de mit 92 von 100 Punkten und der Note „sehr gut (1,3)“ bewertet worden. In den Score von qutema.de flossen die Aufheizzeit mit 12 von 15 Punkten ein. Der Energieverbrauch bekam 5 von 5 Punkten, die Lautstärke 15 von 15. Die Parameter gehören zum Prüfpunkt „Leistung & Effizienz“, der mit 35 Prozent in das Gesamturteil einfließt. Trotzdem kann von einem aussagekräftigen Test keine Rede sein, denn alle Tests kann man schnell und günstig am heimischen Küchentisch durchführen (den gesamten Test haben wir Ihnen im Reiter KitchenAid dokumentiert).
qutema steht zwar für Qualitäts- & Testmagazin, verzichtet aber auf teure Untersuchungen im Labor. Obwohl die Seite weiss, dass zum Beispiel der hormonell wirksame Schadstoff Bisphenol A (BPA) ein Problem sein kann, umgeht sie die Notwendigkeit eines Tests. Die KitchenAid bekommt für BPA drei von fünf Punkten, weil „weder ein Prüfsiegel (TÜV/GS/SGS) noch ein expliziter `BPA-frei´-Aufdruck auf der Verpackung oder am Gerät selbst zu finden“ ist. Fünf Punkte hätte es gegeben, wenn „eine explizite Aussage `BPA-frei´ (oder `BPA-free´) direkt auf der Produktverpackung oder fest am Gerät aufgedruckt“ wäre. Dabei ist bekannt, dass auch als BPA-frei ausgelobte Produkte den Schadstoff enthalten können. So hatte Öko-Test im Juli 2023 in angeblich BPA-freien geschälten Tomaten und im November 2024 in einem Mehrweg-Kaffeebecher „stark erhöhte“ Gehalte gefunden.
Was einen Test aussagekräftig macht, kann man in der November-Ausgabe 2019 von Öko-Test nachlesen. Dort heißt es im „So haben wir getestet“: „Alle Geräte durchliefen eine anspruchsvolle Praxisprüfung in einem auf Haushaltsgeräte spezialisierten Testinstitut: Sie mussten zeigen, wie schnell sie einen Liter Wasser kochen und wie viel Energie sie dafür benötigen. In einem Dauertest mussten sie 365-mal hintereinander Wasser kochen. Die Tester checkten die Handhabung, vom Öffnen des Deckels bis zum Ausgießen des heißen Wassers. Und sie prüften die Ausstattung, maßen die Temperatur am Gehäuse und kontrollierten die elektrische Sicherheit und wie leicht die Geräte kippen. Bei Geräten mit Temperaturregler und Warmhaltefunktion überwachten sie außerdem die Präzision der Kocher. Ein Schadstofflabor analysierte, ob problematische Elemente wie Nickel aus den Kochern ins Wasser übergehen. Die Kocher selbst ließen wir unter anderem auf giftiges Antimon und auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen testen, weiches Griffmaterial auf hormonell wirksame Weichmacher. Schließlich untersuchte ein namhaftes Prüfinstitut exemplarisch fünf Kocher auf Mikroplastik: drei aus Kunststoff, einen Glaskocher und einen aus Metall. Die Experten bestimmten die Anzahl kleiner Teilchen in einem Liter Kochwasser und identifizierten mehrere Hundert von jeder Probe genauer.“ Abgewertet wurde beispielsweise ein Gerät, das Nickel an das Wasser abgab, ein anderes wegen zu viel Antimon und Brom im Griff. In der Dauerprüfung bekam zudem ein Gerät ein „geringes Leck“ und wurde daher abgewertet.
Fazit: qutema.de bemüht sich um Transparenz. Doch die legt nur die Defizite der Tests offen, denn aussagekräftige, teure Tests im Labor werden nicht durchgeführt.
KitchenAid
Der KitchenAid Wasserkocher ist einer der besten Wasserkocher mit Temperatureinstellung in unserem Test. Er überzeugt durch hochwertige Verarbeitung, zuverlässige Funktionalität und ein durchdachtes Bedienkonzept. Die Temperaturregelung, das doppelwandige Gehäuse und die geringe Lautstärke sprechen für sich. Auch das Retro-Design fügt sich gut in viele Küchenumgebungen ein. Akustisches und visuelles Feedback bei den Bedienelementen des Wasserkochers bieten auch Menschen mit Behinderung Hilfe bei der Handhabung. Einzige Schwachpunkte bleiben das Fehlen einer offiziellen GS- oder TÜV-Zertifizierung und der etwas hohe Preis. Dennoch bietet das Gerät im Gesamtpaket eine sehr hohe Qualität. Wer einen langlebigen, optisch ansprechenden und leisen Wasserkocher sucht, trifft mit diesem Modell eine sehr gute Wahl.
Vorteile: doppelwandiges, robustes Edelstahlmaterial, herausnehmbarer Kalkfilter, leichte Einhandbedienung, visuelles und akustisches Feedback wichtiger Bedienungselemente, mit Temperatureinstellung
Nachteile: preislich etwas teuer, keine GS- oder TÜV-Zertifizierung

Hinweis zur Testmethodik: Bei diesem Bericht handelt es sich um einen redaktionellen Praxis-Check unter realen Haushaltsbedingungen, nicht um eine technische Laborprüfung nach DIN/ISO-Normen.
So prüfen wir: Um eine objektive Vergleichbarkeit zu gewährleisten, nutzen wir für unsere Messreihen professionelles Equipment (u. a. Typ-K Kontaktthermometer für Hitzemessungen, Klasse-2 Schallpegelmesser für die Lautstärke). Die ermittelten Werte dienen der Einordnung im Alltag und verstehen sich inklusive üblicher Messtoleranzen. Noten in den Kategorien Handhabung, Ausstattung und Verarbeitung basieren auf unserer redaktionellen Expertenschätzung.
KitchenAid ist bekannt für hochwertige Küchengeräte. Die Ursprünge der Marke reichen bis ins Jahr 1886 zurück, als die Amerikanerin Josephine Cochrane die erste mechanische Spülmaschine entwickelte. Heute steht das Unternehmen für funktionale, langlebige Küchenprodukte mit hohem Anspruch an Qualität. Auch der von uns getestete Wasserkocher reiht sich in diese Linie ein.
Eine blaue LED-Beleuchtung zeigt den Betriebszustand, den aktiven Temperaturregler sowie den Ein- und Ausschalter, der unter dem Griff platziert ist. Beim Betätigen des Schalters ertönt ein akustisches Signal. Der Artisan Wasserkocher verfügt über einen sehr feinmaschigen und herausnehmbaren Kalkfilter. Ein weiteres Element ist die analoge Temperaturanzeige an der Seite des Gehäuses. Diese zeigt auch im ausgeschalteten Zustand die aktuelle Wassertemperatur an. Durch die doppelwandige Bauweise bleibt das Gehäuse während des Betriebs außen relativ kühl. In unserem Test konnten wir mit einem Laserthermometer Außentemperaturen zwischen 20 Grad Celsius und 50 Grad Celsius messen. Einziger Kritikpunkt: Der Wasserkocher verfügt über keine GS- oder TÜV-Zertifizierung. Hier besteht seitens des Herstellers Nachholbedarf, um mehr Vertrauen beim Verbraucher zu schaffen.
Die technischen Daten: Der KitchenAid Wasserkocher besteht aus einem stabilen, doppelwandigen Edelstahlgehäuse und verfügt über ein maximales Füllvolumen von 1,5 Litern. Er bringt ohne Basisstation ein Gewicht von etwa 1.276 Gramm auf die Waage. Damit zählt er zu den schwereren Modellen im Test. Die Basisstation hat einen gemessenen Durchmesser von 20,9 Zentimetern und fällt damit etwas breiter aus als bei vergleichbaren Geräten. Die Gesamthöhe des Wasserkochers beträgt kompakte 21 Zentimeter und ermöglicht dadurch eine platzsparende Aufstellung in der Küche. Das Stromkabel misst 84 Zentimeter in der Länge. Dadurch kann der Wasserkocher flexibel auf der Küchenarbeitsfläche platziert werden, ohne dass eine direkte Steckdosenanbindung zwingend erforderlich ist.
Für das Erhitzen von einem Liter Wasser auf 100 Grad Celsius bei normal warmer Ausgangstemperatur (ca. 16°C) aus dem Wasserhahn benötigt das Gerät durchschnittlich 3 Minuten und 27 Sekunden. Damit gehört der KitchenAid Wasserkocher zu den schnelleren Geräten in unserem Test. Die maximal gemessene Leistungsaufnahme lag bei 2.045 Watt. Der gemessene Energieverbrauch betrug 0,11 Kilowattstunden bei einem Liter Wasser. Besonders positiv fiel die geringe Betriebslautstärke auf. Mit einem gemessenen Durchschnittswert von 65,0 Dezibel war der KitchenAid Artisan der leiseste Wasserkocher in unserem Vergleich. Zudem verfügt der KitchenAid Artisan über einen Trockenlaufschutz, der beim Erhitzen ohne Wasser den Brühvorgang abbricht.
