Die Seiten netzvergleiche.de und netzsieger.de sind angeblich objektiv, neutral und sachkundig. Doch tatsächlich sind sie verbrauchertäuschender Unsinn.

Einleitung

Wir sind ein „unabhängiges Vergleichsportal. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Sie als Verbraucher bei Ihren Kaufentscheidungen zu unterstützen. Dazu bieten wir Ihnen gründlich recherchierte Produktinformationen, übersichtliche Vergleichstabellen und anschauliche Kaufberatungstexte. Unsere 12-köpfige Experten-Redaktion nimmt die verschiedensten Produkte aus zahlreichen Shops unter die Lupe, vergleicht die Produktdetails und bewertet die Artikel. Wenn wir Produkte vergleichen, dann tun wir dies aus Sicht eines kritischen Endverbrauchers. Wer einen neuen Fernseher, eine neue Waschmaschine oder ein neues Fahrrad sucht, wird zunächst schauen, was der Markt zu bieten hat. Dann wird er sich mit den Produkteigenschaften auseinandersetzen und schließlich mehrere Artikel vergleichen. Genau dies tun auch unsere Redakteure, allerdings in einem größeren Umfang. Dabei gehen sie objektiv, neutral und sachkundig vor“, schreibt netzvergleiche.de. 

Das Ergebnis dieser Arbeit ist beispielsweise ein Vergleich von Gummihämmern. Aus ihm geht der Simplex 50 von Halder als „Vergleichssieger“ hervor. Der M 709-065 von Gebrüder Mannesmann Werkzeuge ist „Preis-Leistungs-Sieger“ und der 83238030 26611 von Wiha der „Bestseller“. 

Unsere Einschätzung

Unsere Einschätzung: Objektiv, neutral und sachkundig müssen Tests sein, sonst können sie gerichtlich verboten werden. Doch auf netzvergleiche wird nichts getestet. „Wir testen die Produkte nicht selbst, sondern vergleichen sie im Kontext der entsprechenden Produktkategorie. Dafür berücksichtigt unser Algorithmus Merkmale wie Bewertungen von online Shops, Nutzerinteraktionen und Produktspezifikationen. Die daraus ermittelte Bewertung wird im Anschluss nochmal von uns redaktionell überprüft“, heißt es dort.

In der Tabelle – einen erklärenden Text dazu gibt es nicht – gibt es keinen Hinweis darauf gibt, warum der Vergleichssieger diese Auszeichnung erhalten hat. Zudem scheint der Algorithmus deutlich eingeschränkte Fähigkeiten zu haben. Denn der 83238030 26611 von Wiha ist laut Tabelle „Weich, Mittelweich, Mittelhart, Hart, Sehr hart“. Der Produktinformation auf Amazon zufolge hat er „einen Schlagkopf schwarz / mittelweich (z.B. für den Trockenbau) und einen Schlagkopf orange transparent / hart (z.B. für Werkstattarbeiten)“. Zudem fehlen für zwei Produkte die Angaben zum Härtegrad. Vermutlich, weil es auf Amazon dazu keine Aussagen gibt. Deutlich eingeschränkte Fähigkeiten müsste man auch der Redaktion bescheinigen, wenn sie den ganzen Unsinn geprüft und nicht als solchen erkannt hätte.

Betrieben wird netzvergleiche von der GCN Global Comparison Network GmbH. Das ist eine E-Commerce-Agentur in Berlin. Sie hat offenbar nicht die Verbraucher, sondern die Anbieter im Blick und verspricht ihnen: „Wir rücken Ihre Produkte in den Fokus unserer Nutzerinnen und Nutzer, indem wir sie prominent platzieren. Dadurch erreichen wir zusätzliche Sales für Ihre Marke. Wir liefern Ihnen externen Traffic für Amazon. Das bringt Ihnen nicht nur zusätzliche Sales, sondern hat auch einen positiven Effekt auf das organische Ranking Ihrer Produkte auf Amazon.“ 

Die Anbieter werben nicht nur auf Amazon mit dem Label. Wir haben es auch bei Kaufland, Otto und auf Ebay gefunden. GCN verantwortet auch die Seite netzsieger.de. Auch dort wird versprochen: „Unsere Redakteure nehmen jedes getestete/verglichene Produkt persönlich unter die Lupe. Sie vergleichen nicht nur technische Daten, sondern prüfen auch die Alltagstauglichkeit. Sie führen die Tests auf Netzsieger.de neutral, objektiv und sachkundig durch. Wir nehmen in der Regel Produkte selbst in die Hand, probieren Services sowie Dienstleister selbst aus und installieren Software vor Ort, um sie unter Aspekten wie Funktionsumfang, Performance und Bedienung zu überprüfen.“ Jedes Produkt heißt aber nicht wirklich jedes Produkt. Denn an andere Stelle ist zu lesen: „Uns ist es manchmal aus Gründen der Verfüg- oder Machbarkeit nicht möglich, jedes Produkt und jeden Service selbst zu testen. Ist uns die eigenhändige Überprüfung nicht möglich, weisen wir auf unserer Kategorieseite explizit darauf hin. In diesem Fall stützen wir unsere Bewertung auf die Analyse unserer gesammelten Informationen. Wir beziehen Experteneinschätzungen, Berichte von Testinstitutionen, Online-Reviews und Kundenerfahrungen in die Bewertung ein und küren anhand dessen einen Netzsieger.“ 

Wie auch immer: Im Beitrag „Die 7 besten Mähroboter im Test & Vergleich“ lag am 7.10.2026 der E15 von Eufy auf Platz 2. Am 8.10. belegte er keinen der ersten sieben Ränge, er fehlte in der Tabelle. Eine Angabe zum Akkutyp gab es nicht, vermutlich auch in diesem Fall, weil es auf Amazon keine gibt. Zum LX799 von Landxcape gibt es fast überhaupt keine Angaben, weil die Produktinformation auf Amazon in Englisch ist. Zudem kann von „Test“ keine Rede sein, denn an anderer Stelle heißt es: „Es handelt sich um einen Vergleich. Wir haben die Mähroboter nicht selbst getestet.“ Nicht zuletzt gibt es keinen Hinweis darauf, ob und wie sich die dürftigen Angaben in der Tabelle auf die Bewertung auswirken und warum der Goat A1600 LiDAR PRO von Ecovacs zweimal aufgeführt wird: als „Netzsieger Empfehlung“ und als „Bestseller“.

Noch dürftiger sind die Angaben im Beitrag „Die 7 besten Ablufttrockner im Test & Vergleich“. Zudem wird in der Tabelle gerade einmal ein Gerät aufgeführt. 

Unser Fazit ist kurz: Die Seiten netzvergleiche.de und netzsieger.de sind schlecht gemachter, verbrauchertäuschender Unsinn.